Sonntagsfrühstückstrance……. Der Kaffee dampft.. es ist mal wieder soweit. Der Kopf rattert und sortiert… Bis vor Kurzem dachte ich, ich hätte ein Großes Thema final verstanden. Aber offensichtlich gibt es immer noch eine höhere Ebene in der Welt der AHA-Momente. Das nächste Level der Erkenntnis habe ich jetzt durch einen Projekt erreicht, das meinem bisher größten Lehrmeister verdammt ähnlich war. Damals hat die Lektion 7 Jahre gedauert – diesmal ging das Frühwarnsystem schon nach 3 Monaten an…..
Ok ich erzähl es der Reihe nach:
Sieben Jahre, in denen ich immer mehr zum Kraftwerk wurde. Drei Firmen, zwei Privatleben – ich habe alles mit Spaß und Zuversicht mit Energie gefüttert, bis ich immer mehr zur alleinige Energiequelle wurde. Dabei griff eine fatale Logik: Je mehr Energie ich vorne reinpustete, um so mehr wurde das für die anderen Systemteile zur Einladung, ihren Energie-Input zu reduzieren. Und je weniger Input sie leisteten, umso mehr Energie steckte ich wieder rein, damit es für den notwendigen Output reichte. Ein Teufelskreis. Mein Input wurde zur Einladung zum Stillstand für andere.
Am Ende war ich nicht mehr EINE von mehreren Energiequellen im Projekt, sondern DIE EINE Energiequelle. Und ich wurde dadurch in der systeminternen „Schein-Logik“ zum unbequemen Anschieber. Statt der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, dass das System ungesund war, weil es nur noch an meinem Tropf hing, wurde lieber der unbequeme Anschieber rausgekickt. Zack, Batterie raus. ...und... upps, ist die Kiste implodiert. Zum Gluck war ich ja rausgekickt.
Also: aufstehen, Krone richten, weitermachen. Am besten mit meinem eigenen System. Tolle Idee, Katrin ;-) Läuft...
Und dann war da gleich wieder ein interessantes Projekt, was super in MEIN System zu passen schien. Also wieder Energie rein, Projekt in mein System integriert... aber dann, nach ca. 3 Monaten, hatte ich ein Déjà-vu: Parallelen zum 7-Jahres-Batterie-Modus taten sich auf. Je mehr Input von mir kam, umso träger wurde der Rest im Projekt.
Ich, total stolz, es bemerkt zu haben, habe weiter Energie reingepumpt – aber diesmal ganz bewusst als Härtetest. Mit der 50:50-Chance auf Gesundung oder Eskalation. Ich wollte wissen: Kann dieses Projekt es schaffen, nahezu zum Perpetuum Mobile zu werden - also lernen zum Selbstläufer zu werden?
Aber selbst mein Input, der mittlerweile keine fertigen Lösungen mehr lieferte, wurde auch in diesem Projekt zunehmend als Druck empfunden. Da offensichtlich die innere Bereitschaft fehlte, die eigenen Fähigkeiten zu optimieren, wurde die Schuld für alles Suboptimale hauptsächlich im Außen gesucht. Der Blick in den Spiegel war auch hier zu unbequem.
Aber Ausweichen war in meinem Härtetest nicht vorgesehen. Es gab für die projektinternen Mitspieler nur noch zwei Optionen (beide gut für mein System): Hinschauen oder ???. Und für mich? Ich habe nicht mehr belehrt. Ich habe mich nicht mehr über Input geärgert, der nur zu einem Bruchteil in Output verwandelt wurde. Stattdessen habe ich „rein zufällig“ Spiegel aufgestellt. Immer mehr, immer größere. Es wurde unbequemer und unbequemer, nicht in die Spiegel zu schauen, bis kein Weg mehr an den Spiegeln vorbeiführte ... außer ESKALATION, Kurzschluß. Die Sicherung flog raus!. Das Projekt hat sich über diesen Kurzschluss selbst aus meinem System katapultiert.
Ich fege einfach das bisschen Müll zusammen und bringe es raus. Und während ich das mache, tauchen schon neue Projekte in meinem Blickfeld auf. Und mit der Vorfreude auf neue Projekte fühle ich sie wieder, diese Dankbarkeit an alle bisher Beteiligten. Ich durfte durch euch lernen – und bin nun noch bereiter für neue Projekte, neues Lernen... Tja, da bekommt der Satz „Der Weg ist das Ziel“ plötzlich Leichtigkeit statt einem genervten Augenrollen, wenn man den mit erhobenem Zeigefinger vorgebetet bekommt. Verrückt, gerade wieder ein Beispiel erlebt, warum Selbsterkenntnis alà Hypnospathie so gut und leicht funktioniert, statt belehrender, direktiver Oldschool-Suggestionen.
Keine neue, sondern eine noch klarer gewordene AHA-Erkenntnis:
Ich kann Werkzeuge nur anbieten und hinlegen. Benutzen muss sie jeder selbst. Sobald ich aber unaufgefordert das Werkzeug in seine Hand drücke, um diese zu führen, stehle ich dem anderen seine Lernaufgabe für das nächste Level – und mir meine Energie.
Ankommen ist wohl doch nur eine Illusion für Sitzenbleiber, die sich den Stillstand schönreden. Ich mag lieber weitergehen, Neues sehen, Wind im Gesicht haben, über Hindernisse klettern, wieder Neues sehen... Und ich freue mich über neue Weggefährten und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr über bekannte Weggefährten, die eine Zeitlang auf einem Abzweig ihre Fähigkeiten trainiert haben.
Katrin

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